Aufbau einer Citrix Provisioning 6.1 Umgebung – Teil 2

Aufbau einer Citrix Provisioning 6.1 Umgebung – Teil 2

Nachdem ich im letzten Blogbeitrag: Aufbau einer Citrix Provisioning 6.1 Umgebung – Teil 1 bereits die grundlegende Infrastruktur sowie die Installation des PVS-Servers beschrieben habe erfolgt nun die Konfiguration des selbigen.
War die Installation des Servers sowie der Verwaltungskonsole eigentlich ein mehr oder weniger „Weiterklicken“, so muss man sich ab nun die ersten Gedanken zu Umgebungsgestaltung machen.
Sollten Ftragen zu den Schritten offen bleiben, einfach als Kommentar posten…

Bevor man nun startet und seine PVS-Umgebung aufbaut sollte man auf jeden Fall einen Blick in das Knowledge Center werfen um dort die nötigen Patche für den PVS zu besorgen.
Da das Patchen im allgemeinen und speziell bei den unterschiedlichen Grundkonfigurationen (Hardwaretypen usw) mindestens einen ganzen Blogbeitrag einnehmen würde überspringe ich diesen Part hier mit dem Hinweis auf den obrigen Link zum Knowledge Center.

Provisioning Services Configuration Wizard
Den Configuration Wizard startet man bequem über den entsprechenden Startmenüeintrag und man wird dann mit folgendem Screen begrüßt:

Schritt 1
Schritt 1

Wie versprochen kommt im nächsten Schritt direkt eine Frage welche es zu beantworten gibt. Da ich bereits einen DHCP-Server in meiner Umgebung laufen habe, wird entsprechend auf einen extern existierenden DHCP-Service verwiesen:
Schritt 2
Schritt 2

Den DHCP-Service lasse ich auf einen dafür vorgesehenen Server laufen, dies ist meiner Meinung nach der beste Weg da ich DHCP grundsätzlich in dieser Umgebung nutze und daher diesen Service an eine entsprechende Maschine übertragen möchte. Anders verhält es sich mit dem PXE-Service.
Ich setze im PVS-Target-Bereich (gebunden an den DHCP-Bereich in dem die entsprechende NIC der Server liegt) keinen anderen PXE-Service ein.
Damit ist der PVS für mich grundsätzlich auch der Host des PXE-Services.
Die in der Maske angegebenen DHCP-Optionen 66/67 bitte schon einmal im Hinterkopf behalten.
Schritt 3
Schritt 3

Thematisch gesehen haben wir somit den ersten Schritt, nämlich die Konfiguration des Client-Boots abgeschlossen und gehen über in das Erstellen der PVS-Farm.
Der Wizard macht diesen thematischen Wechsel wenig spektakulär und switcht sofort in die nächste Frage.
Wollen wir eine Farm erstellen, einer bestehen Farm beitreten oder „lediglich“ eine bestehende Farm konfigurieren?
Schritt 4
Schritt 4

Farm definiert sich bei Citrix unter anderem über den gemeinsam genutzten Datensammelpunkt, der Datenbank.
Da wir uns auf das Erstellen einer neuen Farm geeinigt haben müssen wir nun einen DB-Server und eine entsprechende Instanz benennen auf der die Datenbank angelegt werden soll. Sollten wir, was sich in der Produktion empfiehlt, einen Failoverpartner für die Datenbank hinzufügen wollen, so kann dies in der selben Maske erledigt werden.
Schritt 5
Schritt 5

Der logische nächste Schritt ist das Abfragen des Datenbanknamens, sowie die Namen für die Farm, Site und Collection. Weiterhin wird auch bereits nach einem gewünschten Zugriffsszenario gefragt.
Ich halte es für geschickt einen AD-Gruppe anzulegen und diese dann hier sofort als Farmadmins zu benennen.
Schritt 6
Schritt 6

Mit diesen Daten ist nun auch genug Info zur Anlage der Datenbank geflossen. Im nächsten Schritt legen wir den Speicherort der VHDs fest, indem wir den Store-Pfad bestimmen.
Auch wenn man, so wie ich, für Master- und ReadOnly-Disks verschiedene Speicherorte nutzt, hier kann man nur einen Pfad angeben:
Schritt 7
Schritt 7

Wie immer wird der Lizenzserver festgelegt, wobei man hier direkt einen Testconnect aufbauen kann.
Schritt 8
Schritt 8

Meldung bei falsch konfiguriertem Lizenzserverzugriff:
Schritt 8 Fehlermeldung
Schritt 8 Fehlermeldung

Um den Streaming- und den Soap-Dienst lauffähig zu bekommen wird ein entsprechend privilegiertes Konto benötigt.
Zur Auswahl stehen der Local System Account und der Network Service Account, weiterhin kann auch hier ein frei gewältes, selbst angelegtes Dienstkonto aus der AD-Domain genutzt werden.
Insofern der PVS auf das SAN zugreifen muss, muss der LocalSystemAccount gewählt werden.
Persönlich empfehle ich an dieser Stelle den eigenen Diensteaccount.
In diesem Testszenario nutze ich den Network Service Account und aktiviere die Checkbox zur Datenbankkonfiguration.
Schritt 9 NetworkService
Schritt 9 NetworkService

Da wir dem PVS erlauben die provisionierten Computerkonten im AD zu verwalten wird im nächsten Schritt das max. Passwortalter definiert. Hier lassen wir den Standard von 7 Tagen bevor das Passwort refresht wird:
Schritt 10
Schritt 10

Nun wird es wieder ein wenig spannender, daher erst der Blick auf den Screenshot und anschließend in die Erklärung.
Schritt 11
Schritt 11

Hier aktivieren wir nur die Netzwerkkarte welche zum Streamen der VDisks genutzt werden soll! Hier lauscht der Dienst und hier werden auch die Rechner „betankt“.
Als nächstes wird der erste, von 20 genutzten, Port benannt welcher vom Streaming Service zur Kommunikation genutzt werden soll. WICHTIG!!! Alle PVS Server die in der entsprechenden Site gruppiert werden müssen hier den selben Startport definiert bekommen. Ansonsten ist eine Übernahme des Services bei zB Ausfall eines Servers nicht möglich.
Weiterhin, da wir gerade bei Portzuweisungen sind, wird hier der Kommunikation zur PVS-Konsole noch ein Port mitgegeben. (Am besten gleich auf Standard lassen)

ARDBP32.bin!
Der mitinstallierte TFTP-Server liefert uns an dieser Stelle die Location des Bootstrapfiles. Den Namen sollte man sich merken, er wird später noch benötigt:

Schritt 12
Schritt 12

Anschließend definieren wir noch den/die StreamServer welche(r) vom Bootstrapfile „angesprochen“ wird/werden um die Targets mit der VDisk zu versorgen.
Schritt 13
Schritt 13

Hier noch kurz der Einblick in die Advanced Settings welche nur im Fall von Fehlverhalten, Problemen geändert werden müssen.
Schritt 13 Advanced
Schritt 13 Advanced

Den Abschluss des Wizard bildet eine Zusammenfassung der getätigten Einstellungen.
Tip: Den Inhalt der Infobox sollte man sich rauskopieren um damit die Grundlage seiner Doku zu erhalten.
Schritt 14
Schritt 14

Soo… durchatmen und abwarten bis folgende Abschlussmeldung erscheint:
Schritt 15
Schritt 15

Nun wagen wir einen ersten Blick in die PVS-Konsole, dazu starten wir den entsprechenden Startmenüeintrag und gelangen in folgendes Fenster:

Schritt 16
Schritt 16

Wenn der Port zur Konsolenverbindung vorhin nicht geändert wurde und der aktuell angemeldete User in der angegebenen Admingruppe ist kann man sich unter Angabe des Servernamens (oder bei Konsolen-Installation auf dem PVS mit „localhost“) verbinden.
Schritt 17
Schritt 17

Anpassung DHCP
Bevor wir die DHSP Optionen 66/67 bearbeiten noch ein kleiner Tip. Ich halte es für sehr praktisch die PVS-Server auch schon beim PXE-Boot über DNS RoundRobin anzusprechen um a. Last zu verteilen und b. auch hier ansatzweise Redundanz hinzubekommen.
Daher trage ich alle PVS Server mit einem entsprechenden Hostnamen im DNS ein.

Schritt 18
Schritt 18

Dies hat auch den Vorteil, dass man zB später die DHCP Optionen nicht mehr editieren muss wenn man einen Server hinzufügt, rausnimmt,…
Im DHCP-Server legt man anschließend die Optionen 66/67 fest.
Schritt 19
Schritt 19

Gefüllt sieht das Ganze dann wie folgt aus:
Schritt 20
Schritt 20

Geschafft!!!

Nun machen wir noch einen kleinen Leerlauf zum testen.
Startet man einen Server mit PXE-Boot sollte unten gezeigter Fehler vom PVS Server presentiert werden.
Dies liegt daran, dass die MAC-Adresse des Servers nicht in der PVS-DB hinterlegt ist.
Was aber zumindest eine erfolgreiche Verbindung bedeutet 😉

Schritt 21
Schritt 21

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